Sie sind hier: Start Aktuelles Presseerklärungen Kunstwerke bewahren - nicht versilbern!

Kunstwerke bewahren - nicht versilbern!

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Befinden sich die öffentlichen Haushalte in schwierigen finanziellen Situationen, entwickelt sich immer wieder eine Diskussion über mögliche Verkäufe von Kunstwerken staatlicher Sammlungen.

Dazu Brigitta Martens, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Ich warne ausdrücklich davor, aufgrund der momentan finanziellen Lage nach dem Verkauf von Kunstwerken zu rufen. Kunstwerke zur Deckung der laufenden Kosten von Museen zu verwenden, bedeutet den Ausverkauf unserer Sammlungen und ist Verrat an der Aufgabe der Museen. Unsere Museen sollen Sammeln, Bewahren, Forschen und Ausstellen.

Grundsätzlich kann man Überlegungen anstellen, ob beziehungsweise inwieweit unsere Museen, um bestimmte Themenkomplexe ihrer Sammlungen zu komplettieren, Ankäufe durch Verkäufe von Kunstwerken finanzieren dürfen. Hier ist dann aber ein Konzept von jedem Hamburger Museum im Einzelnen zu erarbeiten. Dabei muss sichergestellt werden können, dass die Summen aus den Verkäufen zur Finanzierung nur dem jeweiligen Museum im Sinne des vorgenannten Konzepts dienen.

Im Gegensatz zum privaten Sammeln scheiden beim Sammeln der Museen alle Spekulationen mit Wertsteigerung aus. Aus der Verpflichtung des Bewahrens resultiert, dass Erwerbungen immer eine Ergänzung der Sammlung auf lange Sicht bedeuten.

Andreas C. Wankum, Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion für Kreativwirtschaft: „Museen sind keine Kunstbörsen, an denen spekuliert wird, noch Galerien, die sich kommerziell am Handel mit Kunstwerken beteiligen."

Es gibt inzwischen den verbesserten Schutz durch zwei UNESCO-Kulturübereinkommen. Die 33. UNESCO-Generalkonferenz hat die Konvention am 20. Oktober 2005 verabschiedet. Die Zweite Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen fand am 15. und 16. Juni 2009 in Paris statt. Bislang haben 98 Staaten - darunter auch Deutschland - und die Europäische Gemeinschaft das Übereinkommen ratifiziert.

Die UNESCO schützt mit dem Übereinkommen kulturelle Werte und künstlerische Ausdrucksformen. Kulturelle Güter dürfen demnach nicht allein den Kräften des Marktes überlassen werden. Filme, Musik oder Theater sind keine gewöhnlichen Waren. Kultur wird als ein öffentliches Gut verstanden. Ihre Vielfalt dient einer nachhaltigen Entwicklung der Völker und Nationen. „Unsere Kunstwerke unterliegen genau diesem Schutz", so Brigitta Martens.

Andreas C. Wankum ergänzt: „Wer seine kulturellen Wertgegenstände verscherbelt, riskiert seine Zukunft."

© Andreas Wankum MdHB 2019