Programm für Independent-Musik

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Müller/Wankum: „Wir bereiten den Weg für die Beatles von morgen"

Am Donnerstag entscheidet die Bürgerschaft über einen Antrag von GAL und CDU, der ein Förderprogramm für Hamburger Independent-Labels vorsieht. Die medienpolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen stellten den Antrag und das Konzept am Mittag im Plattenladen „Hanseplatte" vor. Hamburg wäre das erste Bundesland, das seine Musikwirtschaft mit einem speziellen Förderprogramm unterstützt.

Gerade die Musikwirtschaft leidet unter den Gratis-Downloads im Internet. Die großen Plattenfirmen haben ihre Nachwuchsförderung fast gänzlich aufgegeben. Deswegen sind heute die kleinen, unabhängigen Labels der Motor der Nachwuchsförderung im Musikbereich. Damit das auch so bleibt, soll ein Förderprogramm die Musikproduktion in Hamburg mit jährlich 150.000 Euro unterstützen.

Zur Finanzierung der Musikwirtschaft gibt es bisher nur das Bundesprogramm „Initiative Musik". Hamburg liegt bei den Förderanträgen auf Platz 3 nach Berlin und NRW. Damit wird deutlich, dass die Hansestadt über ein deutlich höheres Potenzial in der Musikwirtschaft verfügt, als andere Bundesländer.

In Hamburg hatten die Beatles ihren Durchbruch, hier wird seit Jahrzehnten gute Popmusik gemacht. Die Entwicklung des Reeperbahnfestivals und das neue Förderprogramm für die Live-Music-Clubs zeigen, dass Hamburg sich immer weiter zur Musikstadt entwickelt.

Farid Müller, medienpolitischer Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion, erklärt dazu: „Plattenfirmen sind für die Hamburger Musikszene so wichtig, wie die Elbe für den Hafen. Wir stoppen das Verstummen der Hamburger Independent-Musik. Unsere Initiative für die Labels ist mit der Clubförderung und dem Popkurs der dritte Baustein zur Stärkung des Musikstandorts. Wir bereiten den Weg für die Beatles von morgen."

Andreas C. Wankum, Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion für Medien und Kreativwirtschaft, erklärt in diesem Zusammenhang: „In der letzten Woche wurde beim Auftaktkonzert der Europatournee von Paul McCartney, der seine Karriere vor 49 Jahren in der Hamburger Musikszene begonnen hat, deutlich, welches Potenzial Hamburg für junge Musiker zu bieten vermag. Es muss jungen Talenten in Hamburg wieder verstärkt die Möglichkeit gegeben werden, ihre Kreativität zu entfalten."